Teure Tinkturen oder klassische Creme?

In jeder Frauenzeitschrift lesen wir wöchentlich, wie man den perfekten Lidstrich und einen gelungenen Wimpernschwung hinbekommt, wie die Haut wieder strahlt und das Haar glänzt, aber meist belässt man es bei der Lektüre dieser Tipps, weil man schon die Erfahrung gemacht hat, das diese Ratschläge wenig fruchten und man trotz der seitenlangen Abbildungen diese total raffinierte aber eigentlich ganz einfache Schnecke nicht ins widerborstige Haupthaar schrauben kann. Da stellt sich die Frage, wie viel der Kosmetikseiten in den Hochglanzmagazinen eigentlich nur den Sinn haben, durchs schiere Lesen und Anschauen ein Gefühl von Schönheit zu vermitteln – ganz ähnlich wie die pestilenzartigen Kochsendungen niemals dazu angetan sind, Menschen zum Selbstkochen zu animieren, sondern lediglich durch die Betrachtung in den Wohnzimmern ein Gefühl der Behaglichkeit und Heimeligkeit zu verbreiten. Was kann ich selbst mit ein bisschen Zeit und Übung für die Schönheit tun und was sollte ich besser der Kosmetikerin und dem Friseur überlassen, die beide schließlich nicht ganz umsonst eine dreijährige Ausbildung durchlaufen haben? Und brauchen wir teure Spezialprodukte für die Pflege unserer Erscheinung oder tut es auch das Dreigestirn aus Nivea, Deo und Wattestäbchen? Auch hier gilt vermutlich der weise Spruch, dass Schönheit zu einem gewissen Teil von innen kommt – wobei hier nicht das Verzehren von exorbitant kostspieligen Dragees gemeint ist, sondern das seelische Wohlbefinden. Nicht umsonst sieht man Verliebten ihr strahlendes Glück durchaus an und die innere Zufriedenheit spielt eine nicht zu verachtende Rolle für die äußere Erscheinung. Pickel, Haarausfall und Augenringe sind meist stressbedingt und lassen sich auch durch die exotischste Spezialpaste nicht wegcremen. Interessanterweise hilft diese Spezialtinktur dann meistens doch, wenn auch nicht durch ihre besonderen Wirkstoffe, sondern durch das Gefühl, sich und dem eigenen Körper etwas Besonderes zu gönnen. Die Momente des Cremens und Peelens genießt man, schaltet ab, fühlt sich verwöhnt und tut auf diese Weise dann doch etwas für die Schönheit – diesen besonderen Luxusfaktor vermag die gute, alte Nivea sicherlich nicht zu leisten. Darum ist der Einkauf beim Kosmetikversand auch nicht zu belächeln und man sollte sich gelegentlich dort durchaus eine teure Cleopatralotion bestellen, weil der eigene Körper Aufmerksamkeit verdient hat. Stellen sich aber hartnäckige Hautprobleme durch derartige Zuwendungen nicht ein oder verschlimmern sich, entstehen vielleicht sogar Allergien und Rötungen durch einzelne Inhaltsstoffe wie bestimmte Öle oder Parfums, ist es ratsam, eine Kosmetikerin aufzusuchen, die eine professionelle Hautreinigung vornehmen kann und über parfumfreie Produkte verfügt, die der geschundenen Haut nicht noch mehr Schaden zufügen. Die Auswahl eines Kosmetikstudios, z. B. mit der Suche nach einer Kosmetikerin, sollte man nicht dem Zufall überlassen. Eine Suche im Internet spuckt eine kaum überschaubare Anzahl an Treffern aus – darum lohnt hier ein wenig das recherchieren auf den Internetseiten der einzelnen Studios. Am besten liest man ein wenig in den Bewertungen anderer Nutzer, die mittlerweile viele Onlinebranchenbücher anbieten – denn an die eigenen Haut sollte man nur einen Person des Vertrauens mit fundierter Kosmetikausbildung und Kenntnis der gängigen Hautkrankheiten und allergieauslösenden Stoffe lassen und keine gelangweilte Hausfrau mit VHS-Fortbildung, die im eigenen Wohnzimmer und falschen Fingernägeln ein wenig Pickel ausdrückt.

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